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CD-Tipps

ALTERED FIVE BLUES BAND

ALTERED FIVE BLUES BAND – HAMMER & CHISEL

Aus Blues Rock Review

Die in Milwaukee ansässige Blues-Größe Altered Five Blues Band kehrt mit ihrem achten Studioalbum zurück. Das neue Album mit dem Titel „Hammer & Chisel“ erscheint am 27. Februar über Blind Pig Records. Auf ausgewählten Titeln wird das Quintett von Jason Ricci an der Mundharmonika sowie von Max Abrams am Saxophon und Julio Diaz an der Trompete unterstützt. Das von Tom Hambridge produzierte Album besteht aus 11 Original-Titeln, die genau das zeigen, was diese preisgekrönte Gruppe seit über zwei Jahrzehnten an der Spitze des zeitgenössischen Blues hält.

Drückt auf Play und die ersten Takte von „I Got It Good“ ziehen euch sofort in ihren Bann. Das Schlagzeug pumpt Energie mit treibendem Rhythmus, während die Bläser in hohen Tonlagen loslegen. Bluesige, raue Gitarrenarbeit, eine kreative Basslinie und eine im Hintergrund schreiende Hammondorgel. Die Band arbeitet perfekt synchron zusammen und macht diesen Track unwiderstehlich. Oh, und habe ich schon Jeff Taylors Gesang erwähnt? Der ist etwas ganz Besonderes – er strahlt Kraft und Soul aus. „Dare Me to Do It“ ist ein langsamer Blues-Titel mit durchgehend übersteuerten Mundharmonika-Soli. Klanglich erinnert dieser Track ein wenig an die frühen Werke von Kenny Wayne Shepherd. Ein wunderschönes Klavier ergänzt die reichhaltige Klanglandschaft, die durch ein umwerfendes, wah-getränktes Gitarrensolo noch weiter in die Höhe getrieben wird. Es folgt ein fieser Shuffle-Song namens „Who Can You Trust“ und ein jazziger, gemütlicher Slow-Blues in Dur, „Lotta Love Left in Me“, mit fantastischem Klavierspiel.

Ein knackiger Drum-Beat bildet das Rückgrat des groovigen und rebellischen Titelsongs. Hut ab vor der perfekt getroffenen Dynamik in „Hammer & Chisel“. Bestimmte Feinheiten, die in das Gitarrensolo münden, sorgen dafür, dass es später umso stärker wirkt. Das Schlagzeug wechselt gelegentlich in den Halbtakt, und die Band versucht, während der Strophen so wenig wie möglich zu spielen, um Taylors Gesang wirklich zur Geltung kommen zu lassen. Ein großartiger Track! „Can’t Shake It“ bringt das Tempo wieder hoch – ein fröhlicher Blues-Song, der sich von den Blues-Meistern der alten Schule inspirieren lässt. Ein cooler, tomlastiger Drum-Groove im Mittelteil, gefolgt von einem kurzen Bass-Solo, macht diesen Track wirklich schmackhaft. In „Headline Blues“ hingegen sticht die Gitarre hervor und beweist, dass der „Dreck“ nicht in den Effekten liegt, sondern in den Händen des Gitarristen – eine wunderbare Darbietung.

Als Nächstes folgt ein emotionaler Slow-Burner mit dem Titel „Hell or High Water“. Meine Güte, wenn dieser Gesang einsetzt, läuft es einem kalt den Rücken hinunter. „My Love Ain’t a Lie“ ist ein funkiger Track mit einer großartigen Frage-Antwort-Dynamik zwischen Gitarre und Keyboard im Intro und in den Refrains, gefolgt von „Crazy One“, einem Song, der genauso viel Spaß macht, wie der Titel vermuten lässt. Das eigenwillige Klavier verleiht einem leicht paradoxen Groove das gewisse Etwas – entspannt und doch treibend zugleich, sehr schwer zu erklären, man muss es einfach fühlen. Das Album endet dann stilvoll mit einer kraftvollen Botschaft, vorgetragen mit gefühlvollem Gesang in „The Will of Man“.

„Hammer & Chisel“ ist eine ehrliche, schnörkellose und klanglich stimmige Sammlung wirklich gut geschriebener Songs, die ein breites Spektrum an Stilen und Dynamiken abdecken und mit viel Geschmack und musikalischer Reife zusammengestellt wurden. Erstklassiges musikalisches Können, eine Meisterleistung im Bereich des Blues-Gesangs und eine unbestreitbare Chemie innerhalb der Band machen dieses Album zu etwas ganz Besonderem. Blues-Fans, ihr habt allen Grund zur Vorfreude – dieses Album müsst ihr euch unbedingt anhören!