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CD-Tipps

MIKE GULDIN

MIKE GULDIN- WHILE I CAN

Auf „While I Can“ präsentiert der erfahrene Gitarrist und Singer-Songwriter Mike Guldin ein Album, das auf

gelebten Erfahrungen basiert – auf verblasster Liebe, stillen Zweifeln und der Hoffnung, die zwischen den Zeilen mitschwingt.

Dies ist kein Album, das Trends hinterherjagt. Es ist ein Album auf der Suche nach Sinn – ein Werk, das im Hier und Jetzt verwurzelt ist.

Auf „While I Can“ kehrt Guldin immer wieder zu einem zentralen Thema zurück: Sag und tu, was wichtig ist, bevor

es zu spät ist. Liebe, solange du kannst. Repariere, was du kannst. Singe, solange du kannst. Hier gibt es keine

Heuchelei. Nur echte Geschichten, schlicht erzählt. Die Art von Songs, die beim zweiten Mal noch besser klingen –

und beim dritten Mal noch wahrer.

Dieser Nachfolger seines 2023 erschienenen Albums „The Franklin Sessions“ (mit Rollin’ & Tumblin’) stützt sich auf seine

Stärke, nämlich das schnörkellose Erzählen von Geschichten mit soliden Melodien – gesungen mit einer Stimme, die

sowohl Kraft als auch Verletzlichkeit besitzt. Es ist eine Sammlung, die in der Reflexion verwurzelt ist, aber voller Lebenskraft und Zielstrebigkeit steckt.

Musikalisch bewegt sich „While I Can“ mühelos zwischen Americana, Bluesrock und gefühlvollen

Balladen. Akustische Texturen vermischen sich mit elektrischen Klängen. Orgelklänge unterstreichen emotionale Wendungen.

Gitarren sprechen, wo Worte versagen. Die Produktion bleibt warm und organisch und lässt die

Songs atmen.

Der Eröffnungstrack „Driving Rain“ bringt das Album mit Dringlichkeit und Bewegung in Gang. Liebe

wird zum Sturm – unvorhersehbar, gefährlich, aber unmöglich aufzugeben. Der Refrain ist

unmittelbar: „Ich fahre im strömenden Regen. Es ist stockfinster und ich kann nichts sehen. Ich fahre

im strömenden Regen. Ich werde Vollgas geben, bis ich wieder in deinen Armen liege.“

„Heartbreak In Disguise“, einer der emotionalen Höhepunkte des Albums, fängt den zerbrechlichen Raum

zwischen Liebe und Misstrauen ein – wenn sich etwas zerbrochen anfühlt, aber niemand es laut ausspricht. Der Song beginnt

mit entwaffnender Ehrlichkeit: „Habe ich dir das Herz gebrochen? Habe ich dir Unrecht getan? Wenn ja, sag es mir bitte.

Lass uns unsere Liebe wieder stark machen.“ Der Titel präsentiert zudem den gefühlvollen, eindringlichen Gesang

von Jackie Wilson, der auf mehreren Stücken zu hören ist.

Während „Heartbreak In Disguise“ nach innen blickt, erstreckt sich „Roll Chattahoochee Roll“ weit über

südlichen Boden und Flusswasser. Es ist eine erhebende Hymne, verankert in familiären Wurzeln, Glauben und dem

Trost der Heimat. Der Refrain malt die Landschaft: „Roll Chattahoochee roll, deine stillen Gewässer

fließen tief. In der Hitze der Nacht, wo die Wels beißen und der Whiskey richtig billig fließt.“ Der Song

feiert zudem das Erbe und die Erinnerung sowie einen Fluss, der sowohl durch das Land als auch durch die Blutlinie fließt:

„Wann immer ich nach Hause komme, beruhigt der Fluss meine Seele. Meine Familie ist hier, und meine Wurzeln reichen wirklich

tief.“ Musikalisch warm und rhythmisch beständig ist es eine Hommage an den Süden, die sich eher gelebt

als romantisiert anfühlt.

Als kraftvolle Mischung aus Autobiografie und Hommage an den Süden verwebt „Goin’ Back To Memphis“

Familiengeschichte mit musikalischem Erbe. Die Geschichte beginnt 1962, als sein Vater am Hafen arbeitete

und harte Lektionen lernte. Dann wendet sie sich dem musikalischen Erwachen zu – Beale-Street-Rhythmus, Gospel-

Echos und Blues-Vorbilder wie B.B. King und Booker T. Jones, die den Grundstein legten. Das emotionale

Der emotionale Höhepunkt erreicht der Song in der Bridge, als der Erzähler die Nachricht vom Tod seines Vaters erhält und dessen

letzten Wunsch erfüllt: „Begrabt mich unter dieser Pyramide.“ Von der Hommage an Memphis bis hin zur Erinnerung an die Familie

ist der Song sowohl eine Würdigung als auch eine Heimkehr – persönlich und universell zugleich.

Produziert vom Grammy-Preisträger Kevin McKendree und mit einem erstklassigen Studioteam –

treffend „The Hot Links“ genannt – fängt „While I Can“ den Sound des legendären Rock House in Nashville

mit lebendigem Geist ein. Das Album wirkt unmittelbar und menschlich und enthält Songs, die gemeinsam mit

Nashville-Größen wie McKendree, Gary Nicholson, James Pennebaker und Lynn

Williams geschrieben wurden.